Politiker lesen jeden Tag viele Akten am Schreibtisch, auf der Rückbank ihres Dienstwagens oder während der Plenartagung. Im Sommer ist Zeit für Abwechslung. Wir bitten politische Akteure, in wenigen Worten von ihrer (Sommer-)Lektüre zu berichten: Worum geht es? Warum lesen sie es? Wem empfehlen sie es weiter?
Stefan Politze (SPD) liest „Maria ihm schmeckts nicht! Geschichten von meiner italienischen Sippe“ von Jan Weiler:
„Worum geht es? Das Buch erzählt die eigene Geschichte von Jan (Weiler), der eine Frau mit italienischen Wurzeln heiratet und dadurch ihre große süditalienische Familie kennenlernt. Besonders sein zukünftiger Schwiegervater Antonio steht im Mittelpunkt der Handlung. Ein kauziger Typ, von dem man nicht weiß, ob er einen auf die Schippe nehmen möchte, oder ob er wirklich so ist. Während einer Reise nach Italien erfährt Jan viel über Antonios Vergangenheit als Gastarbeiter in Deutschland und erlebt gleichzeitig zahlreiche komische und überraschende Situationen, die durch die unterschiedlichen deutschen und italienischen Lebensweisen entstehen. Daraus entwickeln sich viele erheiternde Momente, da das Buch teilweise auch auf eigenen Erfahrungen von Jan Weiler beruht.

Weiler verbindet die humorvollen Familiengeschichten mit ernsteren Themen wie Heimat, Identität und kulturellen Unterschieden. Ein total spannender Abriss der Gastarbeitergeschichten der 1960er Jahre, wo es nicht um Spracherwerb ging, sondern darum, sechs Tage die Woche zu arbeiten oder darum, den deutschen Männern nicht die deutschen Mädchen auszuspannen.
Warum ist es lesenswert? Das Buch ist besonders lesenswert, weil es auf humorvolle und zugleich einfühlsame Weise zeigt, wie Menschen aus verschiedenen Kulturen miteinander leben und voneinander lernen können. Jan Weiler beschreibt alltägliche Situationen mit viel Witz und Wärme, sodass die Figuren authentisch und sympathisch wirken. Hinter den lustigen Episoden verbirgt sich zudem eine nachdenkliche Auseinandersetzung mit Familie, Zugehörigkeit und Integration.
Wem empfehle ich es? Empfehlen würde ich das Buch allen Menschen, die humorvolle Literatur lieben und sich mit kulturellen Unterschieden und lebensnahen Erzählungen beschäftigen möchten. Das Buch ist aus meiner Sicht auch für Jugendliche empfehlenswert, die sich für unterschiedliche Kulturen und zwischenmenschliche Beziehungen interessieren. Und es ist für alle lesenswert, die gerne in den Gedanken Italien spüren möchten. Mich persönlich verbindet es mit meiner Liebe zu Italien.
Kleine Anekdote am Rande. Ich habe einen guten Bekannten (Giovianni Policce, ehemaliger Gewerkschafter der IGBCE) er kommt aus Campobasso (der im Buch „Campobello“ genannten Heimatstadt von Schwiegervater Antonio) und war bei mir im Landtag mit einer Besuchergruppe aus Campobasso. Das war sehr unterhaltsam, weil ich aus dem Buch berichten konnte.“


