Heidi Reichinnek, Co-Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, empfiehlt einen Roman mit starken Frauenfiguren und historischen Bezügen

„Für die Sommerferien empfehle ich den Roman „Marschlande“ von Jarka Kubsova. Darin geht es um die Lebensgeschichten von zwei Frauen in Norddeutschland, die parallel erzählt werden und viele Gemeinsamkeiten haben. Kubsova erzählt die Geschichte von Abelke Bleken, die im Jahr 1580 ganz allein versucht einen Hof zu führen und sich gegen die Bewohner ihres Dorfes zu behaupten, die sie immer wieder verdächtigen eine Hexe zu sein. Gleichzeitig lernen wir Britta Stoever kennen, die mit ihrem Mann und ihren Kindern von Hamburg in die Marschlandschaft zieht und ihre berufliche Existenz aufgegeben hat, um ein neues Leben auf dem Land zu beginnen. Beide Geschichten werden spannend miteinander verwoben und es wird schnell klar, dass die beiden Frauen sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Kubsova erzählt auf emotionale, aber nicht kitschige Weise, wie beide Frauen dafür kämpfen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Ich konnte beim Lesen sehr gut mit Abelke und Britta mitfühlen, weil viele der Vorurteile, denen die beiden unterliegen, heute auch noch so bestehen. Es geht um das Patriarchat, um Care-Arbeit und um Rollenzuschreibungen, um Frauen, die ausbrechen wollen und sich den gesellschaftlichen Zwängen nicht unterwerfen wollen.
Das Buch wird allen gefallen, die es genauso wie ich lieben, komplett in einer Geschichte zu versinken. Wer gern tolle Landschaftsbeschreibungen und starke Frauengeschichten mit historischen Bezügen liest und im Sommer eine kleine Abkühlung braucht, wird den Roman über den rauen Norden lieben.“


